Eine Odyssee nach Riga, Lettland

Wer glaubt, dass Reisen immer entspannt, wunderbar und großartig sind, ist wohl selbst noch nicht besonders viel rumgekommen oder hatte bisher immer pures Glück. Denn Reisen bieten zahlreiche Möglichkeiten, einem das Leben zur Hölle zu machen wie z.B. die Transportmittel, Wetterbedingungen, anderes Essen, neue Umgebung und nicht zu vergessen der verschobene Biorhythmus bei Reisen auf einen anderen Kontinent.
Bisher habe ich selbst auf Reisen noch nicht soo viele schlechte Erfahrungen gemacht und wenn hat es irgendwas wieder rausgerissen, aber diesmal war das ganze ein klein wenig anders. 😉

Facts about: RIGA

Sie ist die Hauptstadt von Lettland und mit ca. 700.000 Einwohnern die größte Stadt des Baltikums. Die alte Hansestadt ist berühmt für seine Jugendstilbauten und eine gut erhaltene Innenstadt, darunter ganz besonders die Altstadt. Außerdem liegt die Altstadt von Riga am Unterlauf der Düna (Fluss).

Anreise und Unterkunft

In gut 2,5 Stunden kann man von Deutschland, eher so aus dem Nordwesten von Deutschland, mit dem Flieger in der lettischen Metropole aus sein. Mit ein Grund warum wir (2 Freundinnen und ich) uns gerade für diese Stadt entschieden haben. Der andere Grund war, dass die eine von den zwei Freundinnen derzeit in Finnland studiert und es somit für alle quasi in der Mitte lag. IMG-20171209-WA0049

Von Düsseldorf aus sollte die Reise für uns losgehen. Angereist sind wir mit der Bahn, es lief auch alles problemlos. Eingecheckt hatten wir schon online und da wir kein Hauptgepäck hatten, sondern nur Handgepäck konnten wir direkt zu und durch die Sicherheitskontrollen.
Nach einer kleinen Stärkung am Flughafen konnte die Reise für uns starten. Das Boarding ging auch relativ pünktlich los. Da wir allerdings mit einer recht kleinen Maschine geflogen sind, mussten wir erst noch in ein Bus einsteigen und wurden so zum Flugzeug gebracht. Doch ab da nahm das Schicksal seinen Lauf. Wir standen mit dem Bus vor dem Flugzeug und wurden einfach nicht rausgelassen. Nach ca. 5 Minuten ging es zurück zum Gate, wo wir alle aussteigen durften und uns auf die Sitzbänke wieder niederlassen konnten. Unsere Boardkarten wurden auch eingesammelt, was das allerdings für einen Hintergrund hatte, weiß ich bis heute nicht. So recht wusste am Gate allerdings keiner was Sache ist. Kurzzeitig hieß es mal, dass Flugzeug sei kaputt. Im Endeffekt konnte es nur nicht mechanisch betankt werden und es musste manuell gemacht werden. Was somit eben zur Verzögerung führte.
Nach einer guten halben bis dreiviertel Stunde ging das zweite Boarding los. Erneut sind wir in den Bus gestiegen und zum Flugzeug gebracht worden. Diesmal konnten wir auch aussteigen. Als alle Passagiere im Flieger saßen und wir schon voller Hoffnung waren das es jetzt los gehen kann, machte uns ein Schneesturm ein Strich durch die Rechnung. Der Flughafen schloss die Gates und die Start- und Landebahnen, somit war keine Landung und auch kein Abflug möglich. Da wir aus der Maschine nicht wieder raus durften, waren wir quasi „gefangen“. Immerhin verteilten die Stewardessen in unserer Wartezeit einmal eine Runde Wasser / Apfelsaft / Orangensaft an alle Passagiere. Na wenigstens etwas. Eine gute Stunde brauchte das Personal vom Flughafen um die Start- und Landebahnen vom Schnee zu befreien. Dann endlich konnte es losgehen. Fast drei Stunden später. Wahnsinn.
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Da Lettland uns eine Stunde voraus liegt kamen wir gegen 21 Uhr lettischer Zeit in Riga am Flughafen an. Schnell suchten wir uns den Flughafentransfer in die Stadt und begaben uns zielstrebig zum Hotel, wo schon unsere Freundin wartete, die von Finnland aus kam.
Untergebracht waren wir im Rixwell Irina Hotel in einem Dreibettzimmer. Ein Doppelbett plus einem Sessel ausgeklappt zu einem Bett. Es war jetzt kein besonderes Hotel, dafür allerdings echt günstig für unsere zwei Nächte und direkt im Zentrum. Wir haben 28€ pro Person gezahlt. Außerdem war in dem Preis noch ein Frühstück inbegriffen. Da kann man doch echt nix zu sagen. Das Frühstück viel  zwar dafür recht spartanisch aus, aber das war okay. Das Personal war super freundlich und von der Größe des Zimmers und der Sauberkeit her war es auch super.

Sightseeing

Viel Zeit für Sightseeing blieb uns leider nicht.IMG-20171209-WA0053
Aber wir haben den Samstag trotzdem genutzt! Nach dem (eher enttäuschenden) Frühstück machten wir uns auf den Weg in die Altstadt von Riga. Denn dort gibt es die meisten Sehenswürdigkeiten. Zudem sind wir ja in der Vorweihnachtszeit geflogen. Das heißt also, dass wir ganz viele Weihnachtsmärkte gesehen und dort teilweise drüber geschlendert sind. Manche davon waren echt schön.

Vom Hotel aus sind wir in Richtung Freiheitsdenkmal gelaufen, das nur gute 10 min zu Fuß entfernt lag. Vom Denkmal ging es durch einen Park direkt in die Altstadt und zum  Rathaus und dem Schwarzhäupterhaus. Vorbei am Restaurant 1221 bis hin zu den Drei Brüdern. Nach den Drei Brüdern haben wir einen Stopp in einem Teahouse zum aufwärmen gemacht und einen Tee bzw. Kakao getrunken und ein Stück Kuchen gegessen. Nach dieser kleinen Stärkung sind wir noch ein bisschen durch die Stadt, aber nicht bewusst an einer Sehenswürdigkeit vorbei, sondern eher über die Weihnachtsmärkte geschlendert. 🙂

Natürlich gibt es in Riga noch viel mehr zu sehen wie z.B. die Petrikirche, von der man einen sehr schönen Blick über die Stadt haben soll, den Zentralmarkt, das lettische Freilichtmuseum oder die Jugenstilfassaden in der Neustadt. Zudem gibt es noch den Badeort Jūrmala, der sich zehn Kilometer östlich von Riga befindet. Dieser Ort soll zugleich auch ein Kurort sein und ist wegen seiner heilenden Mineralbäder so bekannt. Vielleicht schaffe ich diese Punkte bei einem nächsten Besuch anzusehen.

Die Abende haben wir dafür genutzt, um das Nachtleben ein bisschen kennen zu lernen. Meistens waren wir in der Kiwi Bar. Diese sollte an Neuseeland erinnern und war einfach urgemütlich. Also falls ihr mal einen Abstecher nach Riga macht, kann ich euch diese Bar nur empfehlen. Ansonsten waren wir noch in einem Pub, der zur späteren Stunde in einen kleinen Club umgewandelt wurde und am anderen Abend noch in einer Karokebar. Wo wir uns allerdings ein bisschen fehl am Platz fühlten. Aber hey. Wir haben das Beste draus gemacht. 🙂 IMG-20171209-WA0093

Abreise

Nun war er schon gekommen. Unser Abreisetag.
Unser Flieger sollte gegen 12:10 Uhr den lettischen Boden verlassen, da unsere Freundin, die aus Finnland angereist kam ca. eine Stunde früher schon abflog, machten wir uns gemeinsam mit ihr auf den Weg zum Flughafen. Denn ob wir jetzt eine Stunde länger im Hotel hocken oder am Flughafen, war dann auch egal.
Wie ihr also merkt hatten wir aufgrund der Flugverspätung am Freitag und dadurch das wir Sonntag schon wieder recht früh abflogen, echt nicht viel Zeit. Wir haben die Zeit aber probiert so gut es geht zu nutzen. 🙂 20171210_120549

Natürlich hoben wir auch am Sonntag nicht pünktlich ab. Aber nicht mit drei Stunden Verspätung. Nein es waren diesmal nur ca. 20 – 30 min. Verspätung, da die Maschine zu spät ankam. Okay, das kann man ja verkraften.
Somit flogen wir also nichts ahnend und voller Zuversicht wieder nach Düsseldorf.
Nach guten 2,5 Stunden, als so langsam einige Passagiere unruhig wurden und wir uns selbst auch fragten, wann wir endlich landen würden, kam die Durchsage vom Piloten, dass in Deutschland mal wieder ein kleines Schneechaos ausgebrochen ist und wir schon ein paar Runden über Düsseldorf kreisen würden. (Was echt?? Wieso merkt man das denn nicht? :D) Wir müssten jetzt noch ein bisschen abwarten und der Pilot wird, sobald er selbst die Info erhält uns weitere Informationen geben. „Na toll“ dachten wir uns. Was wird das denn jetzt schon wieder für eine Odyssee? Und warum kann der Flughafen Düsseldorf nicht mal vorbereiteter sein? Ändern konnten wir aber von dort oben auch recht wenig.

Nach gut 10 Minuten kam endlich wieder eine Durchsage vom Piloten. „Aufgrund des Schneechaos wäre es ihm nicht möglich irgendwo in der näheren Umgebung zu landen und daher müssten wir jetzt nach Brüssel fliegen. Alle weiteren Infos würde er uns vor Ort geben.“ Bitte was? Wie sollen wir denn von dort nach Hause kommen? Okay, es nützt ja nichts sich aufzuregen. Also eine weitere halbe Stunde nach Brüssel fliegen und landen. Dort wurden wir wahrscheinlich irgendwo zwischengeparkt und mussten wieder mal eine Stunde im Flugzeug verbringen bis es wieder zurück nach Düsseldorf gehen konnte. Ob wir diesmal wieder kostenlos Getränke zur Verfügung gestellt bekommen haben? Nein, natürlich nicht.
Wenigstens konnten wir aber unsere Handys anmachen und mit unseren Liebsten daheim schreiben. Da mich mein Freund in Düsseldorf abholen wollte und auch schon am Flughafen war, hab ich es quasi von ihm live mitbekommen was gerade so am Flughafen in DD abgeht. Wahnsinn. Ich lasse gleich mal ein paar Bilder sprechen.

Als die eine Stunde warten vorbei war, machte der Pilot endlich eine Durchsage, dass wir in den nächsten 20 Minuten wieder starten könnten. Juchu. Wir kamen also doch noch nach Hause. 😀 🙂 Und wie der Zufall es so wollte, saß eine Reihe vor meiner Freundin und mir noch ein deutsches Mädel das zufällig auch in Richtung Osnabrück musste. Sie fragte mich nach einiger Zeit, ob wir sie nicht mitnehmen könnten, denn auf die Bahn ist bei dem Schneechaos ja auch nicht unbedingt verlass. Na klar, haben wir das gemacht. 🙂 Und wer weiß, da sie auch sehr gerne reist und sich demnächst für drei Monate nach Asien begibt und mir quasi anbot sie besuchen zu kommen, ob sich daraus ein nächstes mögliches Reiseziel oder ein neuer Travelbuddy ergibt. Es bleibt abzuwarten. Es ist auf jeden Fall mein Highlight von den ganzen Turbulenzen. 🙂
Alles im allem kamen wir auch am Sonntag mit guten 3 Stunden Verspätung wieder in Düsseldorf an. Dann noch „fix“, so schnell es eben geht bei dem Schnee, mit dem Auto nach Hause und ich bin nur noch müde und kaputt ins Bett gefallen.

Riga – einen Trip wert?

Ich bin bei der Frage ehrlich gesagt ein bisschen zwiegespalten.
Zum einen war die Stadt toll, mit seinen Weihnachtsmärkten und der weihnachtlichen Beleuchtung. Andererseits kann man auch nicht soo viel im Winter dort machen. Daher denke ich, dass sich ein Trip im Sommer in die Stadt mehr lohnt.
Ein verlängertes Wochenende wird auch auf jeden Fall reichen. Also einen Tag mehr als wir es hatten wäre auf jeden Fall schöner!

Wir haben dort übrigens alles zu Fuß gemacht. Da alles Sehenswerte so kompakt zusammen liegt, dass es problemlos möglich ist. Es gibt auch Busse und Straßenbahnen evtl. sogar U-Bahnen, aber da bin ich mir nicht 100%ig sicher. Riga, es war toll bei dir, aber so schnell werde ich im Winter nicht wieder kommen. Wenn im Sommer um den Badeort Jūrmala noch einen Besuch abzustatten. 🙂

P.S. Die Odyssee nahm auch am Montag noch kein Ende. Als ich anfing diesen Artikel zu schreiben und gleichzeitig schon meine Bilder von der Kamera runterziehen wollte, fiel mir auf, dass ich gar keine Speicherkarte in der Kamera drin hatte am Wochenende. Dann dachte ich, dass die Bilder so auf der Kamera gespeichert wurden, bei manchen geht das ja, aber nein. Dies geschah diesmal leider nicht. 😦 Argh. Das hat mich schon ein bisschen gefrustet. Aber was soll ich machen? Ändern kann ich es auch nicht mehr. Somit kann ich euch in diesem Artikel leider „nur“ mit Handybildern dienen. Sorry.

 

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4 Gedanken zu “Eine Odyssee nach Riga, Lettland

  1. Hahaa Isabel,

    you made my day :’D
    Witziger weiße habe ich heute morgen auch meinen Artikel über Riga veröffentlicht.
    Natürlich musste ich schmunzeln, als ich eben auf Facebook entdeckt habe, dass wir sogar das gleiche Motiv als Titelbild gewählt haben. 😀

    Und noch mehr schmunzeln musste ich, als ich las, dass Riga bei dir irgendwie auch unter keinem guten Stern stand. Ich hatte schon angst, dass ich der lettischen Hauptstadt unrecht tue, aber wie ich sehe erging es dir nicht besser. Obwohl die Altstadt ohne Frage wirklich hübsch ist. Wir waren aber so gefrustet von schlechten Hotels und überteuertem Essen, dass wir sogar den Stopp auf dem Rückweg ausfallen ließen und stattdessen in Jurmala einen Stopp-Over machten.
    Tja was soll ich sagen, Jurmala war für uns eine noch größere Pleite. Der Ort war gnadenlos überlaufen von reichen russischen Touristen, dass bei uns so gar kein Urlaubsfeeling ankam. Auch der Strand ist kein Burner.

    Das Baltikum bietet sich perfekt für eine Strandurlaub an, aber dann bitte auf die kurischen Nehrung, oder in Estland. Da kann Jurmala leider bei weitem nicht mithalten. 😉

    Liebe Grüße
    Kathrin 🙂
    https://travlgedengl.com/2017/12/13/riga-eine-abendliche-bekanntschaft-mit-einer-lettischen-schoenheit/

    Gefällt 1 Person

    1. Haha Kathrin! You made my day. Weil ich, kurz bevor du meinen Beitrag hier kommentiert hast, deinen Beitrag kommentierte. 😀
      Ach witzig, das wir sogar das gleiche Motiv gewählt haben. Du nur bei Nacht und ich bei Tag. Als ob wir Gedanken übertragen könnten oder so. 😀

      Echt ihr fandet das Essen überteuert in Riga? Also da wo wir gegessen haben, dachten wir uns nur „Wow, ist das günstig hier.“ Na ja, so macht eben jeder andere Erfahrungen. 😉
      Ach quatsch, Jurmala war eine noch größere Pleite? Na toll und ich dachte im Sommer würde sich das richtig lohnen dorthin zu fahren. Na mal abwarten, ob ich das dann nochmal tue oder nicht andere Orte anfahre, wie von dir empfholen. 🙂 Es bleibt abzuwarten. 😉

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