Nullarbor Plain Adventure (von Perth bis nach Adelaide) – oder 4220 km in 9 Tagen! Teil 1

4.220 km Route und nur 9 Tage Zeit. Ein Ding der Unmöglichkeit? Nicht in Australien!
Denn das ist genau die Strecke und die Anzahl an Tagen die wir Zeit hatten, um von Perth nach Adelaide zu gelangen (und das in der Weihnachtszeit!). Aber zum Glück nicht alleine, denn wir waren so „schlau“ und haben uns in eine Tour eingebucht. Was ich jederzeit wieder tun würde, für diese Strecke. Da man so Dinge sieht, die einem sonst möglicherweise verborgen bleiben.

Wir haben bei dieser Tour folgende Ortschaften gesehen:

York – Hyden – Esperance NP – Esperance – Norsemann – Madura – Eucla – Ceduna – Port Lincoln – Whyalla – Mt. Remarkable NP – Port Germein – Port Broughton – Adelaide

Am 18.12.2016, nach einer Woche die wir schon in Perth verbracht hatten, sollte unsere Tour entlang der Nullarbor Plain endlich starten. Wir waren schon gespannt wie zwei Flitzebogen. Am spannendsten fand ich ja, wie viele Leute mit uns auf Tour sind, ob man sich gut verstehen wird und woher die Menschen alle stammen.

Im ersten Teil möchte ich euch darüber berichten, was wir so auf der Strecke von Perth bis nach Madura alles erlebt haben. 🙂 Los gehts:

Perth – York – Hyden – Esperance NP

Pünktlich um 7 Uhr wurden wir von unserem Hostel abgeholt und die Tour konnte los gehen, denn wir waren mit die letzten die eingesammelt wurden. Annelies – unsere Tourguidin und Busfahrerin – hat uns auf dem Weg nach York schon mal einen kleinen Einblick gegeben in die Dinge, die in den nächsten 9 Tage auf uns warten würden. Auf was für ein Abenteuer wir uns mit ihr begeben würden. 🙂

Ach ja, bevor ich es vergesse, die Tour startete mit 11 Leuten, inklusive Tourguide. Das besondere an den Teilnehmer? Wir waren (fast) alle Europäer.
Nur die Tourguidin war (am Anfang) eben Australierin. Es waren 3 Schweizer, 1 Engländer, 1 Ire, 1 Holländerin und natürlich 4 Deutsche an Board. 😀 Etwas später sind noch zwei 2 Franzosen (Ehepaar, die seit 2014 auf Weltreise sind mit dem Fahrrad) zu uns gestoßen und nochmal 2 Tage später ist noch eine Australierin mit dazu gekommen. Da sie nur eine 6 Tagestour gebucht hatte, es dafür aber keine eigene Gruppe gab.
img_5850Unseren ersten Stopp hatten wir in York von einer halben Stunde, um uns Frühstück zu organisieren und noch andere Dinge einzukaufen. York ist die erste Stadt im Inland aus Richtung Perth und mit eine der ältesten Städte in WA. Nach York machten wir uns auf den Weg nach Hyden zum Wave Rock. Der Wave Rock ist eine Granit-Gesteinsformation, die durch Erosion und durch die Witterung zu einer Welle geformt wurde.  Auf Bildern sieht diese Gesteinsformation auch wirklich großartig aus und man überlegt und malt sich im Kopf schon aus, wie groß das wohl sein mag. Allerdings will ich hier niemanden die Illusionen rauben, aber dieser Stein ist gar nicht soo groß wie man es vermutet. Ganz in der Nähe des Wave Rocks gibt es noch eine weiter Felsformation – „Hippo Yawn“. Diese sieht so aus wie ein Nilpferd, das seinen Mund ganz weit aufreißt.
wp-image-1383659403jpg.jpg

Nachdem wir am Wave Rock unser Lunch zu uns genommen haben, sind wir weiter nach Esperance. Genauer gesagt in den Cape Le Grand Nationalpark. Unser Zeltplatz war direkt neben dem Lucky Bay Beach gewesen. Einer der bekanntesten Strände, wenn es um Esperance und diesem Nationalpark geht. Denn dort kannst du Bilder von Kängurus am Strand machen. Da es aber schon dunkel war, als wir ankamen, sahen wir nicht mehr all zu viel davon. Nach einem leckeren Abendessen, gingen wir alle recht früh zu Bett. Kein Wunder nach guten 800 km Bus fahren. 😉

Esperance NationalPark

Der nächste Morgen startete gegen 8 Uhr mit einer Wanderung im Nationalpark. Wir wurden zum Thistle Cove Beach gefahren (fast unsere einzige Busfahrt heute) und durften von dort zurück zum Lucky Bay Beach wandern.
img_5905Es ging einige Felsen hoch und wieder runter, entlang an wunderschönen Strände und durch Büsche. Es war ein echt toller Hike, wenn auch ein bisschen anstrengend, aber selbst das Wetter spielte hier perfekt mit. Jeder konnte in seinem Tempo die Strecke ablaufen und dort stoppen wo er wollte für Foto’s oder sogar auch zum baden. 😉 Für den Hike hat man so 3 – 4 Stunden gebraucht. Man sollte sich also daher ausreichend zu trinken und auch ein wenig zu essen mitnehmen.
img_5917img_5928img_5948

Nach dem Hike hatten wir ca. 2 Std. frei und haben die damit verbracht diese am wunderschönen Lucky Bay Beach zu genießen, nach einer kräftigen Stärkung zum Lunch. Wo übrigens auch ein Känguru etwas von unserem Essen abhaben wollte. Wir haben dem Känguru allerdings nix abgegeben. Dafür probiert ganz viele Bilder von dem Tier zu machen. Kurzzeitig hatte ich auch mal das Gefühl, dass es für Fotos posiert. 😀
img_6041

Später am Strand haben wir einige wunderschöne Weihnachtsbilder zum neidisch werden gemacht und kurze Zeit später auch nochmal Kängurus entdeckt. Natürlich haben sich auch gleich so ziemlich alle Menschen die dort am Strand waren auf diese gestürzt. Und ja, ich gehörte auch dazu… ich wollte einfach sooo gerne ein Foto von Kängurus am Strand haben. Allerdings hab ich auch noch ein paar Asiaten darauf aufmerksam gemacht, dass sie die Tiere doch bitte nicht füttern sollen. Sonst hätte das wahrscheinlich auch keiner gemacht. Als dieses ganze tärä vorbei war, sind wir zurück zum Camp und einige haben sich für den nächsten Hike bereit gemacht. Es sollte der Frenchise Peak (oder so ähnlich) erklommen werden. Ich bin dort nicht mit rauf (mein Freund dafür schon), da mir noch der andere Hike zu sehr in den Knochen steckte. Ich war aber zum Glück nicht die einzige, die im Camp geblieben ist. Als alle auch von diesem Hike wieder zurück waren, gab es essen und jeder wollte nochmal duschen gehen, da wir morgen weiter fahren würden und es für 2 – 3 Tage keine Sanitärenanlagen geben würde. Da waren die Duschen ehrlich gesagt, das kleinere Problem für mich. 😀 Aber gut – wir hatten eben eine Adventure Tour gebucht. Den restlichen Abend saßen wir alle gemütlich zusammen und haben uns sehr nett unterhalten. img_6091img_6101

Esperance – Norsemann – Madura – Koonalda Homestead

Heute startete der Tag schon um 6 Uhr. Es gab Frühstück, wir mussten die Zelte und unsere Taschen wieder zusammen packen, so das wir um 7 Uhr in Richtung Esperance starten konnten. In Esperance hatten wir 1,5 Stunden Aufenthalt um uns die Stadt anzusehen, Getränke zu kaufen etc. Leider war die Zeit viiiel zu kurz um so wirklich etwas von dieser schönen Stadt sehen zu können. Hier muss ich also definitiv nochmal hin.
Gegen 9 Uhr haben wir uns alle wieder am Bus getroffen und es ging weiter. Aber gar nicht soo weit erstmal. Denn wir sind zum Twilight Beach (soooo schön!) gefahren. Wo wir noch ein bisschen entspannen, baden oder die Gegend erkunden konnten. img_6179img_6180

Als diese 1,5 Stunden wieder vorbei waren, mussten wir nun wirklich los. Denn wir hatten noch ein paar Kilometer vor uns ins Nirgendwo. Unser allerletzter Stop in einer ‚Stadt‘ mit Sanitärenanlagen, bevor es endgültig ins Nirgendwo ging, war Norseman. Diese Stadt wurde übrigens nach einem Pferd benannt. Aufgrund von zwei Brüdern die dort stoppten mit ihrem Pferd Norseman, um nach Gold zu suchen und dieses auch fanden. Dieses benannten sie nach ihrem Pferd und so kam die ‚Stadt‘ eben auch zu ihrem Namen. So zumindest laut den Erzählungen von unserer Tourguidin. 🙂 img_6188img_6193

Nachdem Stop in Norseman haben wir – die Teilnehmer – die glorreiche Aufgabe erhalten, den Bus weihnachtlich zu schmücken mit den Sachen, die Annelies gekauft hat, wie Lametta, kleinen Weihnachtskugeln etc. Denn in 4 Tagen sollte schon Weihnachten sein bzw. in Australien in 5. Bitte was? Kann mich mal bitte einer kneifen. Allerdings war das noch nicht alles. Ann. spielte uns dann auch noch ein Menge an Weihnachtsliedern vor wie z.B. Jingle Bells, Let it Snow und und und. Auf der einen Seite konnte ich es kaum glauben, fand es fast schon ein bisschen lächerlich bei fast 40° solch eine Musik zu hören, aber auf der anderen Seite war es auch ziemlich cool. 🙂

Unser Camp diese Nacht haben wir wirklich einfach mitten im Busch aufgeschlagen. Wir sind irgendwann einfach nach links vom Highway abgebogen und noch einige km gefahren bis Ann. meinte „Was haltet ihr von hier?“. In der Ferne war eine Horde Kühe zu sehen. Ja klar, wieso nicht? Also alle raus aus dem Bus und erstmal Feuerholz suchen und Feuer machen. Danach konnten wir unsere Zelten aufbauen und einige Zeit später gab es unser Abendessen. Zubereitet in unserem Lagerfeuer. Natürlich ist so eine Übernachtung mitten im Nirgendwo auch einfach total herrlich, da du keine lauten Straßen um dich hast, du hörst wirklich nur die Natur bzw. die anderen paar Menschen sich unterhalten und Nachts kannst du so ein spektakulären Sternenhimmel sehen (vorausgesetzt es ist nicht bewölkt). Das ist einfach alles der Wahnsinn. img_6204

Weiterfahrt im Nirgendwo

Den nächsten Tag starteten wir mit einem Weckdienst von Ann. Innerhalb einer Stunde haben wir mal wieder gefrühstückt und alles zusammen gepackt. Allmählich hatten wir alle einen eingespielten Ablauf.
Allerdings ist an diesem Tage – 21.12.2016 – sonst nicht wirklich viel bei uns auf der Tour passiert. Denn wir mussten mal Kilometer schaffen und sind daher nur gefahren, gefahren, gefahren. Wir sind sogar ein Teil der längsten Geradeausstraße (90 Mile straight road) gefahren. 🙂 Das heißt 146,6 km kommt keine einzige Kurve!
img_6217Und haben viel erklärt bekommen wie z.B.:

  • das der Eyre Highway, seinen Namen eines Britischen Explorer zu verdanken hat. Er ist diese Strecke zu Fuß abgelaufen und hieß eben „Eyre“. Daher wurde der Highway nach ihm benannt.
  • Außerdem ist auf dem Eyre Highway urplötzlich ein Zebrastreifen zu sehen. Natürlich musste unser Tourguide darüber erstmal einen Scherz machen von wegen „dieser Zebrastreifen wäre für die Kängurus damit diese sicher über die Straßen gehen können.“ Natürlich stimmt das nicht.  Dieser „Zebrastreifen“ ist für den Flying Doctor den es in Australien gibt. Vielleicht habt ihr darüber schon mal was gehört? Wenn es im Outback einen Notfall gibt, kommt der Flying Doctor und dieser muss sich ja auch an gewisse Punkte orientieren, damit er landen kann etc. und dafür ist eben dieser Zebrastreifen gedacht.
  • Zudem haben wir erklärt bekommen was Nullarbor Plain bedeutet
    Und zwar: Nullarbor Plain ist lateinisch und bedeutet so viel wie dort wachsen keine Bäume. Denn dies ist eine flache, weit ausgedehnte (salzige-)Karstwüste. So das die Pflanzen gar keine Chance haben zu überleben.
    Die Nullarbor Ebene streckt sich übrigens von Norseman (WA) bis hin nach Port Augusta (SA).

img_6218

  • Des Weiteren haben wir gelernt, dass die Roadtrains, die es in Down Under gibt, je nach Bundesstaat unterschiedlich lang sind. Die längsten gibt es im Northern Territory.
  • Das „Central West“ ein Bundesstaat den es gar nicht gibt, die Leute nennen einen gewissen Teil in Western Australia eben nur so, nochmal eine ganz eigene Zeitzone hat.

Mittag haben wir in Madura gemacht, aber ansonsten auch nicht viel von diesem Örtchen gesehen…
Den restlichen Nachmittag sind wir nur noch gefahren, haben einem Paar ausgeholfen, das ca. 5 km vor dem nächsten Roadhouse liegen geblieben ist und sind gegen 18 Uhr Perth Zeit, was aber schon 20:30 Uhr Adelaide Time war an unserer Übernachtungsmöglichkeit angekommen. Leider habe ich an diesem Abend ein bisschen den Überblick mit den Zeitzonen verloren. 😀 img_6271img_6273

Auf jeden Fall war unser Camp Stop für diese Nacht ein ziemlich cooler Stop. Es war nämlich das Gelände eines ehemaliges Roadhouse aus den 80igern, wo ganz viele Autowracks stehen. Koonalda Homestead stand vor der Eingangstür in das Haus auf einem Schild. Manche von uns haben ihre ‚Zelte‘ sogar im Haus aufgeschlagen, wo übrigens noch eine Küche drin zu finden war und ein sehr altes Badezimmer. (allerdings kann man alles nicht mehr benutzen!) Allerdings hatten wir noch ein anderes Highlight an diesem Stop. Laut Annelies muss es ganz neu dorthin gebaut worden sein, denn es gab draußen eine Kabine mit einem Plumpsklo. Ihr glaubt gar nicht, wie wir Mädels uns alle darüber gefreut haben. 😉 😀 Na ja.. img_6308Ich habe mit meinem Freund übrigens lieber im freien geschlafen. Wir wollten uns den wunderschönen Sternenhimmel nicht entgehen lassen.
Und auch an diesem Abend haben wir wieder ein Lagerfeuer gemacht. Das verrückte an diesem Abend? Unsere Tourguidin hatte extra alles vorher besorgt und für uns Glühwein gezaubert. Es war für diesen Abend ziemlich passend, da es durch den Wind ziemlich kalt geworden ist. So kamen wir, zumindest für diesen einen Abend, durch den Glühwein und unseren Weihnachtsmützen ein wenig mehr in Weihnachtsstimmung. 🎅

Teil 2 folgt demnächst! 🙂
img_6285img_6296img_6312

Advertisements

10 Gedanken zu “Nullarbor Plain Adventure (von Perth bis nach Adelaide) – oder 4220 km in 9 Tagen! Teil 1

    1. Das war sie auch. 🙂
      Und wegen den Spinnen – daa hat es bei mir damals auch. Aber glaub mir, die siehst du da fast gar nicht! 😉 Und dafür dieses tolle Land sausen lassen? Besser nicht!

      Gefällt mir

    1. Danke dir! 🙂 Das stimmt, es war nicht immer einfach. Besonders an den Tagen wo wir soo unendlich viel Bus gefahren sind. Aber es war eine Erfahrung wert und ich würde es jederzeit wieder machen! 🙂
      LG, Isabel

      Gefällt 1 Person

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s